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C3 17 39

g/ Endentscheid

Wallis · 2017-06-19 · Deutsch VS

C3 17 39 URTEIL VOM 19. JUNI 2017 Kantonsgericht Wallis Zivilkammer Hermann Murmann, Einzelrichter; Dr. Adrian Walpen, Gerichtsschreiber in Sachen X_________, Beklagter und Beschwerdeführer gegen Y_________, Kläger und Beschwerdegegner Beschwerde gegen den Entscheid des Gemeinderichteramtes der Gemeinde M_________ vom 2. März 2017

Erwägungen (4 Absätze)

E. 1 Vermögensrechtliche Endentscheide, namentlich Entscheide der Schlichtungsbehörde im Sinne von Art. 212 Abs. 1 ZPO, sind mittels Beschwerde an das Kantonsgericht Wallis anfechtbar (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 308 Abs. 2 ZPO). (…)

E. 2 A., Zürich 2014, N. 5 zu Art. 212 ZPO) und die Bestimmungen über das vereinfachte Verfahren gemäss Art. 243 ff. ZPO gelangen zur Anwendung (Infanger, a.a.O., N. 13a zu Art. 212 ZPO; Alvarez/Peter, Berner Kommentar, N. 11 zu Art. 212 ZPO; Honegger, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweize- rischen Zivilprozessordnung, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2016, N. 4 zu Art. 212 ZPO). Über das mündliche Erkenntnisverfahren ist ein Protokoll zu führen (Art. 235 ZPO; Infanger, a.a.O., N. 6 zu Art. 212 ZPO) und die Par- teien sollten eingangs auf den Verfahrensablauf aufmerksam gemacht werden (Alvarez/Peter, a.a.O., N. 5 zu Art. 212 ZPO).

132 RVJ / ZWR 2018 Die Schlichtungsbehörde hat, wenn sie Beweis abnimmt, deren formellen Regeln und die Parteirechte zu beachten (Rickli in: Brunner/ Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 14 zu Art. 212 ZPO), sie hat insbesondere eine Beweisverfügung zu erlassen und muss den Par- teien die Möglichkeit geben, vor Erlass des Entscheides erhebliche Beweise beizubringen, bei der Beweiserhebung mitzuwirken und zum Beweisergebnis Stellung nehmen zu können (Gasser/Rickli, a.a.O., N.

E. 5 ff. zu Art. 212 ZPO; Rickli, a.a.O., N. 14 zu Art. 212 ZPO; Infanger, a.a.O., N. 13a zu Art. 212 ZPO).

3. In den Vorakten existiert zwar ein Protokoll der Schlichtungsver- handlung, worin festgehalten wird, dass die Sitzung vom 27. Februar 2017 nach Sitzungsbeginn um 13.30 Uhr um 13.50 Uhr ohne Einigung geschlossen wurde und das Gemeindegericht demnächst einen Entscheid treffen werde. Die Vorakten enthalten jedoch kein Protokoll des Erkenntnisverfahrens, womit der Gemeinderichter den Anforde- rungen von Art. 235 ZPO nicht nachgekommen ist. (…) Das Gemeindegericht hat gemäss seinem Entscheid die Parteien nach erfolglosem Schlichtungsversuch angehört, die Parteiaussagen indessen nicht protokolliert, womit wiederum die Protokollpflichten der erkennenden Behörde verletzt wurden. Es wird zu Recht gefordert, dass Parteiaussagen im Erkenntnis- verfahren zu protokollieren, das informelle Schlichtungsverfahren und das formelle Erkenntnisverfahren strikte zu trennen und die Parteien über den Wechsel vom informellen zum formellen Teil auch zu infor- mieren sind (Urteil des Kantonsgerichts Wallis C3 14 197 vom

22. Dezember 2014; Urteil des Obergerichts Zürich RU110009 vom

E. 8 August 2011; Egli, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schwei- zerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 6 ff. zu Art. 205 ZPO; Honegger, a.a.O., N. 5 zu Art. 205 ZPO, N. 5 zu Art. 212 ZPO), was vorliegend nicht geschehen ist. Das Verfahren vor dem Gemeinderichteramt vermag insgesamt den Anforderungen an ein ordentliches Erkenntnisverfahren nicht zu genügen.

RVJ / ZWR 2018 133 Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO), wobei nach der Konzeption der ZPO der Gemeinderichter nach freiem Ermessen darüber zu entscheiden hat, ob er ein ordnungsgemässes Erkenntnisverfahren durchführen, den Parteien einen Urteilsvorschlag unterbreiten oder die Klagebewilligung ausstellen will. (…)

Dispositiv
  1. Vermögensrechtliche Endentscheide, namentlich Entscheide der Schlichtungsbehörde im Sinne von Art. 212 Abs. 1 ZPO, sind mittels Beschwerde an das Kantonsgericht Wallis anfechtbar (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 308 Abs. 2 ZPO). (…)
  2. Wenn die Schlichtungsbehörde dem Antrag auf Entscheidung stattgibt, ist das Schlichtungsverfahren formell zu schliessen, was im Protokoll zu vermerken ist. Das Entscheidverfahren ist sodann formell zu eröffnen (Infanger, Basler Kommentar, 2. A., N. 13, 13b zu Art. 212 ZPO). Das Verfahren im Hinblick auf ein Urteil des Gemeinderichters gemäss Art. 212 Abs. 2 ZPO ist zwar mündlich, es handelt sich dabei jedoch trotz der Mündlichkeit um ein vollwertiges Erkenntnisverfahren (Gasser/Rickli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar,
  3. A., Zürich 2014, N. 5 zu Art. 212 ZPO) und die Bestimmungen über das vereinfachte Verfahren gemäss Art. 243 ff. ZPO gelangen zur Anwendung (Infanger, a.a.O., N. 13a zu Art. 212 ZPO; Alvarez/Peter, Berner Kommentar, N. 11 zu Art. 212 ZPO; Honegger, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweize- rischen Zivilprozessordnung, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2016, N. 4 zu Art. 212 ZPO). Über das mündliche Erkenntnisverfahren ist ein Protokoll zu führen (Art. 235 ZPO; Infanger, a.a.O., N. 6 zu Art. 212 ZPO) und die Par- teien sollten eingangs auf den Verfahrensablauf aufmerksam gemacht werden (Alvarez/Peter, a.a.O., N. 5 zu Art. 212 ZPO). 132 RVJ / ZWR 2018 Die Schlichtungsbehörde hat, wenn sie Beweis abnimmt, deren formellen Regeln und die Parteirechte zu beachten (Rickli in: Brunner/ Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 14 zu Art. 212 ZPO), sie hat insbesondere eine Beweisverfügung zu erlassen und muss den Par- teien die Möglichkeit geben, vor Erlass des Entscheides erhebliche Beweise beizubringen, bei der Beweiserhebung mitzuwirken und zum Beweisergebnis Stellung nehmen zu können (Gasser/Rickli, a.a.O., N. 5 ff. zu Art. 212 ZPO; Rickli, a.a.O., N. 14 zu Art. 212 ZPO; Infanger, a.a.O., N. 13a zu Art. 212 ZPO).
  4. In den Vorakten existiert zwar ein Protokoll der Schlichtungsver- handlung, worin festgehalten wird, dass die Sitzung vom 27. Februar 2017 nach Sitzungsbeginn um 13.30 Uhr um 13.50 Uhr ohne Einigung geschlossen wurde und das Gemeindegericht demnächst einen Entscheid treffen werde. Die Vorakten enthalten jedoch kein Protokoll des Erkenntnisverfahrens, womit der Gemeinderichter den Anforde- rungen von Art. 235 ZPO nicht nachgekommen ist. (…) Das Gemeindegericht hat gemäss seinem Entscheid die Parteien nach erfolglosem Schlichtungsversuch angehört, die Parteiaussagen indessen nicht protokolliert, womit wiederum die Protokollpflichten der erkennenden Behörde verletzt wurden. Es wird zu Recht gefordert, dass Parteiaussagen im Erkenntnis- verfahren zu protokollieren, das informelle Schlichtungsverfahren und das formelle Erkenntnisverfahren strikte zu trennen und die Parteien über den Wechsel vom informellen zum formellen Teil auch zu infor- mieren sind (Urteil des Kantonsgerichts Wallis C3 14 197 vom
  5. Dezember 2014; Urteil des Obergerichts Zürich RU110009 vom
  6. August 2011; Egli, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schwei- zerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 6 ff. zu Art. 205 ZPO; Honegger, a.a.O., N. 5 zu Art. 205 ZPO, N. 5 zu Art. 212 ZPO), was vorliegend nicht geschehen ist. Das Verfahren vor dem Gemeinderichteramt vermag insgesamt den Anforderungen an ein ordentliches Erkenntnisverfahren nicht zu genügen. RVJ / ZWR 2018 133 Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO), wobei nach der Konzeption der ZPO der Gemeinderichter nach freiem Ermessen darüber zu entscheiden hat, ob er ein ordnungsgemässes Erkenntnisverfahren durchführen, den Parteien einen Urteilsvorschlag unterbreiten oder die Klagebewilligung ausstellen will. (…)
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

130 RVJ / ZWR 2018 Zivilprozessrecht - Verfahren vor der Schlichtungsbehörde - KGE (Einzelrichter der I. Zivilrechtlichen Abteilung) vom 19. Juni 2017, X. c. Y. - TCV C3 17 39 Entscheidverfahren vor der Schlichtungsbehörde (Art. 212 Abs. 2 i.V.m. Art. 243 ff. ZPO)

- Vermögensrechtliche Endentscheide der Schlichtungsbehörde im Sinne von Art. 212 Abs. 1 ZPO sind mittels Beschwerde beim Kantonsgericht anfechtbar (E. 1).

- Gibt die Schlichtungsbehörde dem Antrag auf Entscheidung statt, hat sie das Schlich- tungsverfahren formell zu schliessen, was im Protokoll zu vermerken ist, und danach das Entscheidverfahren formell zu eröffnen (E. 2).

- Das Entscheidverfahren ist ein mündliches (Art. 212 Abs. 2 ZPO) und vollwertiges Erkenntnisverfahren, auf welches die Bestimmungen über das vereinfachte Verfah- ren und die ordentlichen Regeln über den Beweis zur Anwendung gelangen (E. 2).

- Es liegt im freien Ermessen der Schlichtungsbehörde, ob sie ein ordnungsgemässes Erkenntnisverfahren durchführen, den Parteien einen Urteilsvorschlag unterbreiten oder die Klagebewilligung ausstellen will (E. 3). Procédure devant l’autorité de conciliation (art. 212 al. 2 en lien avec art. 243 ss CPC)

- Les décisions finales de l’autorité de conciliation en matière de litiges patrimoniaux au sens de l’art. 212 al. 1 CPC peuvent être attaquées par la voie du recours auprès du Tribunal cantonal (consid. 1).

- Si l’autorité de conciliation donne suite à la requête tendant à ce qu’elle rende une décision sur le fond, elle doit formellement prononcer la clôture de la procédure de conciliation, ce qui doit être porté au procès-verbal, et ouvrir ensuite formellement la procédure de décision (consid. 2).

- La procédure de décision est orale (art. 212 al. 2 CPC) et présente toutes les carac- téristiques d’une procédure en reconnaissance de dette, à laquelle les dispositions en matière de procédure simplifiée et les règles ordinaires en matière de preuve sont applicables (consid. 2).

- L’autorité de conciliation décide avec un libre pouvoir d’appréciation si elle conduit une procédure en reconnaissance de dette en bonne et due forme, soumet aux par- ties une proposition de jugement ou délivre une autorisation de procéder (consid. 3).

Verfahren (gekürzt)

X. stellte gegen Y. ein Schlichtungsgesuch und ein Gesuch um Erlass eines Entscheids. Nachdem an der Schlichtungsverhandlung keine Einigung erzielt werden konnte, erkannte der Gemeinderichter der Gemeinde Z. mit Entscheid vom 2. März 2017, dass Y. dem X. den

RVJ / ZWR 2018 131 Betrag von Fr. 189.- nebst Verzugszins von 5 % ab dem 3. Januar 2017 sowie Unkosten von Fr. 20.- zu bezahlen habe (Ziffer 1), der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ____ des Betreibungsamtes K. aufgehoben und die definitive Rechtsöffnung gewährt werde (Ziffer 2), dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von Y. Y. reichte beim Kantonsgericht Wallis eine Beschwerde gegen diesen Entscheid des Gemeinderichters ein.

Aus den Erwägungen

1. Vermögensrechtliche Endentscheide, namentlich Entscheide der Schlichtungsbehörde im Sinne von Art. 212 Abs. 1 ZPO, sind mittels Beschwerde an das Kantonsgericht Wallis anfechtbar (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 308 Abs. 2 ZPO). (…)

2. Wenn die Schlichtungsbehörde dem Antrag auf Entscheidung stattgibt, ist das Schlichtungsverfahren formell zu schliessen, was im Protokoll zu vermerken ist. Das Entscheidverfahren ist sodann formell zu eröffnen (Infanger, Basler Kommentar, 2. A., N. 13, 13b zu Art. 212 ZPO). Das Verfahren im Hinblick auf ein Urteil des Gemeinderichters gemäss Art. 212 Abs. 2 ZPO ist zwar mündlich, es handelt sich dabei jedoch trotz der Mündlichkeit um ein vollwertiges Erkenntnisverfahren (Gasser/Rickli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar,

2. A., Zürich 2014, N. 5 zu Art. 212 ZPO) und die Bestimmungen über das vereinfachte Verfahren gemäss Art. 243 ff. ZPO gelangen zur Anwendung (Infanger, a.a.O., N. 13a zu Art. 212 ZPO; Alvarez/Peter, Berner Kommentar, N. 11 zu Art. 212 ZPO; Honegger, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweize- rischen Zivilprozessordnung, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2016, N. 4 zu Art. 212 ZPO). Über das mündliche Erkenntnisverfahren ist ein Protokoll zu führen (Art. 235 ZPO; Infanger, a.a.O., N. 6 zu Art. 212 ZPO) und die Par- teien sollten eingangs auf den Verfahrensablauf aufmerksam gemacht werden (Alvarez/Peter, a.a.O., N. 5 zu Art. 212 ZPO).

132 RVJ / ZWR 2018 Die Schlichtungsbehörde hat, wenn sie Beweis abnimmt, deren formellen Regeln und die Parteirechte zu beachten (Rickli in: Brunner/ Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 14 zu Art. 212 ZPO), sie hat insbesondere eine Beweisverfügung zu erlassen und muss den Par- teien die Möglichkeit geben, vor Erlass des Entscheides erhebliche Beweise beizubringen, bei der Beweiserhebung mitzuwirken und zum Beweisergebnis Stellung nehmen zu können (Gasser/Rickli, a.a.O., N. 5 ff. zu Art. 212 ZPO; Rickli, a.a.O., N. 14 zu Art. 212 ZPO; Infanger, a.a.O., N. 13a zu Art. 212 ZPO).

3. In den Vorakten existiert zwar ein Protokoll der Schlichtungsver- handlung, worin festgehalten wird, dass die Sitzung vom 27. Februar 2017 nach Sitzungsbeginn um 13.30 Uhr um 13.50 Uhr ohne Einigung geschlossen wurde und das Gemeindegericht demnächst einen Entscheid treffen werde. Die Vorakten enthalten jedoch kein Protokoll des Erkenntnisverfahrens, womit der Gemeinderichter den Anforde- rungen von Art. 235 ZPO nicht nachgekommen ist. (…) Das Gemeindegericht hat gemäss seinem Entscheid die Parteien nach erfolglosem Schlichtungsversuch angehört, die Parteiaussagen indessen nicht protokolliert, womit wiederum die Protokollpflichten der erkennenden Behörde verletzt wurden. Es wird zu Recht gefordert, dass Parteiaussagen im Erkenntnis- verfahren zu protokollieren, das informelle Schlichtungsverfahren und das formelle Erkenntnisverfahren strikte zu trennen und die Parteien über den Wechsel vom informellen zum formellen Teil auch zu infor- mieren sind (Urteil des Kantonsgerichts Wallis C3 14 197 vom

22. Dezember 2014; Urteil des Obergerichts Zürich RU110009 vom

8. August 2011; Egli, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schwei- zerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 6 ff. zu Art. 205 ZPO; Honegger, a.a.O., N. 5 zu Art. 205 ZPO, N. 5 zu Art. 212 ZPO), was vorliegend nicht geschehen ist. Das Verfahren vor dem Gemeinderichteramt vermag insgesamt den Anforderungen an ein ordentliches Erkenntnisverfahren nicht zu genügen.

RVJ / ZWR 2018 133 Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO), wobei nach der Konzeption der ZPO der Gemeinderichter nach freiem Ermessen darüber zu entscheiden hat, ob er ein ordnungsgemässes Erkenntnisverfahren durchführen, den Parteien einen Urteilsvorschlag unterbreiten oder die Klagebewilligung ausstellen will. (…)